ISO-Nachfolger für zurückgezogene DIN-Normen
Für die meisten zurückgezogenen DIN-Normen für Verbindungselemente gibt es einen Nachfolger als DIN EN ISO, etwa ISO 4017 für DIN 933 oder ISO 4032 für DIN 934. Die Teile sind meist austauschbar. Bei Sechskantteilen ändert sich aber in vier Größen die Schlüsselweite, bei Muttern zusätzlich die Höhe.

Kurz beantwortet
- DIN 933 ist zurückgezogen, Nachfolger ist DIN EN ISO 4017 in der Ausgabe 2022-10.
- Bei M10, M12, M14 und M22 unterscheiden sich die Schlüsselweiten von DIN und ISO.
- Bei Scheiben richtet sich die Nenngröße nach ISO am Gewindedurchmesser aus, nicht mehr am Lochdurchmesser.
- Einige Normen sind ohne Nachfolger zurückgezogen, etwa DIN 137 und DIN 6798.
- Den verbindlichen Ersatzvermerk nennt die Normseite bei DIN Media.
Auf Zeichnungen und in Bestellungen steht oft noch DIN 933, DIN 934 oder DIN 125. Gültig ist heute in den meisten Fällen eine ISO-Norm mit anderer Nummer und an einigen Stellen auch mit anderen Maßen. Worauf es dabei ankommt, sind vier Punkte: Schlüsselweite, Mutternhöhe, die Benennung der Scheiben und die Länge der Stifte.
Warum es für viele DIN-Normen einen ISO-Nachfolger gibt
Die Normen für Schrauben, Muttern und Scheiben wurden europäisch und international vereinheitlicht. Früher waren die DIN-Normen rein deutsche Vorschriften. Viele ISO-Normen haben sie zum Vorbild, manche Normen gibt es erst als ISO, etwa ISO 7380.
In Deutschland erscheint eine übernommene Norm als DIN EN ISO mit der ISO-Nummer, die alte DIN wird zurückgezogen. So ist DIN 933 ersetzt, heute gilt DIN EN ISO 4017 in der Ausgabe 2022-10.
Im Einkauf lebt die alte Nummer weiter. Wer DIN 933 bestellt, meint fast immer eine Sechskantschraube mit Gewinde bis Kopf und bekommt heute eine nach ISO 4017. Das Schrauben-Lexikon beschreibt die Umstellung im Handel als fließend, DIN- und ISO-Artikel werden nebeneinander produziert.
Die wichtigsten Nachfolgenormen
Die Tabelle ordnet die gängigen alten DIN-Nummern ihrer heutigen Norm zu. In der rechten Spalte steht, was sich beim Wechsel ändert.
Quellen: Schrauben-Lexikon, Normenumstellung DIN auf ISO; DIN Media; NORM+DREH-Normenverzeichnis. Abgerufen am 26.09.2026.
Am häufigsten taucht die Schlüsselweite auf. Sie betrifft jede Sechskantschraube und jede Sechskantmutter in der Liste. Bei Scheiben und Stiften liegen die Unterschiede woanders, bei DIN 1444 in den Nennlängen.
Was sich beim Umstieg ändert
In den meisten Fällen sind DIN- und ISO-Teil austauschbar. Die Abweichungen sitzen an wenigen Stellen, dort aber mit Folgen für Montage oder Konstruktion.
Schlüsselweite bei Sechskantschrauben und Muttern
Bei M10, M12, M14 und M22 hat sich die Schlüsselweite geändert, in der Montage brauchen Sie also anderes Werkzeug. Drei Größen werden einen Millimeter kleiner, M22 wird zwei Millimeter größer.
Quelle: Würth, Sechskantschrauben nach DIN 933/931 und ISO 4014/4017, abgerufen am 26.09.2026.
Mutternhöhe
Sechskantmuttern nach ISO 4032 sind in den Größen M5 bis M39 anders hoch als nach DIN 934. Sitzt die Mutter in einer Tasche oder ist die Einschraubtiefe knapp bemessen, gehört das in die Prüfung.
Nenngröße bei Scheiben
DIN 125 hat Scheiben nach dem Lochdurchmesser benannt. ISO 7089 und 7090 benennen sie nach dem Gewindedurchmesser der passenden Schraube, die Scheibe für M10 heißt also nicht mehr nach ihrem Loch. Die Teile selbst gelten als austauschbar. Dieselbe Umstellung gilt für DIN 9021 und ISO 7093.
Länge bei Stiften
Bei Zylinder- und Kegelstiften misst ISO die Länge einschließlich der Kuppen, DIN ohne. Bei gleicher Bezeichnung kann der Stift nach ISO deshalb kürzer ausfallen.
Normen ohne Nachfolger
Nicht jede DIN hat einen Nachfolger. Ersatzlos zurückgezogen wurden unter anderem DIN 137 (Federscheiben, gewellt), DIN 6798 (Fächerscheiben) und DIN 2098 (zylindrische Schraubenfedern), ebenso die Federringe nach DIN 127 und DIN 128.
Bei den Sicherungselementen hat das einen fachlichen Grund. Federringe, Federscheiben und Fächerscheiben gelten als unwirksam. Steht eines davon in Ihrer Zeichnung, suchen Sie besser keinen Ersatz, sondern bewerten die Verbindung neu. Mehr dazu im Beitrag zur Schraubensicherung.
Ist eine zurückgezogene DIN-Norm noch lieferbar?
Teilweise ja, verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht. Eine zurückgezogene Norm wird nicht mehr gepflegt, bleibt bei DIN Media aber mit ihrem Ersatzvermerk verzeichnet. Teile nach der alten DIN bietet der Handel zum Teil weiter an, weil DIN- und ISO-Artikel nebeneinander produziert werden. Für Neukonstruktionen und neue Zeichnungen ist die gültige Nachfolgenorm die sichere Wahl.
So finden Sie den Nachfolger
Die verbindliche Auskunft gibt DIN Media. Auf der Normseite steht für jede zurückgezogene Norm, durch welches Dokument sie ersetzt wurde. Damit haben Sie die neue Nummer, aber noch nicht die Unterschiede.
Die zeigen die Vergleichstabellen DIN zu ISO, die Hersteller und Händler von Verbindungselementen veröffentlichen. Prüfen Sie die Abweichungen gegen Ihre Zeichnung und Ihr Montagewerkzeug, also Schlüsselweite, Mutternhöhe, Nenngrößenbezug und Längendefinition.
Werkstoff und Festigkeitsklasse übernehmen Sie aus der alten Bezeichnung. Die Festigkeitsklassen stehen in eigenen Normen, für Schrauben aus Stahl etwa in DIN EN ISO 898-1, und gehören vollständig in die neue Bestellbezeichnung.
Wie NORM+DREH das löst
Im Normenverzeichnis von NORM+DREH steht bei jeder alten DIN-Nummer, was heute gilt: die Nachfolgenorm mit Ausgabe oder der Hinweis, dass die Norm ohne Nachfolger zurückgezogen wurde. Sie können also weiter DIN 933 bestellen. Weil beide Nummern nebeneinander stehen, müssen Sie vorher nichts nachschlagen. Die Übersicht finden Sie auf der Seite Normteile nach DIN und ISO.
Häufige Fragen zu DIN- und ISO-Normen
Was ist der Unterschied zwischen DIN 933 und ISO 4017?
Beide beschreiben Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf, ISO 4017 ist der Nachfolger der zurückgezogenen DIN 933. Anders sind die Schlüsselweiten bei M10, M12, M14 und M22, sonst gelten die Schrauben als austauschbar.
Welche ISO-Norm ersetzt DIN 934?
DIN EN ISO 4032 für Regelgewinde, DIN EN ISO 8673 für Feingewinde. Neben den Schlüsselweiten ändert sich bei M5 bis M39 die Mutternhöhe.
Ist DIN 912 noch gültig?
Nein, DIN 912 ist durch DIN EN ISO 4762 ersetzt. Die Zylinderschrauben mit Innensechskant gelten als austauschbar, Feingewinde ist in ISO 4762 allerdings nicht genormt.
Welche ISO-Norm ersetzt DIN 125?
DIN EN ISO 7089 und DIN EN ISO 7090. Die Nenngröße richtet sich dort nach dem Gewindedurchmesser der Schraube, nicht mehr nach dem Lochdurchmesser der Scheibe.
