Fertigung

Drehen, Fräsen, Kaltumformen: die Vielfalt an Herstellverfahren

gewählt nach Ihrem Bauteil.

Geometrie, Werkstoff, Stückzahl und Anwendung entscheiden, welches Fertigungsverfahren Ihr Bauteil maßhaltig und bezahlbar macht. Das passende Partnerwerk wählen wir. Warmformteile gehören weiterhin zu unserem Lieferprogramm. Senden Sie uns Ihre Anfrage zu Ihrem Bauteil.

CNC-Maschine bearbeitet ein Metallbauteil

Auswahl statt Katalog

Acht Verfahren, ein Bauteil.
Die Auswahl welches Verfahren kann einen wesentlichen Unterschied ausmachen, hier an einem Beispiel veranschaulicht:

Ein Bolzen in 50.000 Stück entsteht anders als derselbe Bolzen in 50 Stück. Die Menge bestimmt den Weg.

Vor jedem Angebot steht dieselbe Prüfung: Geometrie, Werkstoff, Stückzahl, Anwendung. Daraus ergibt sich, ob gedreht, gefräst oder kaltumgeformt wird, was danach dazukommt und welches Partnerwerk das kann. Teile aus Blech, gestanzt, gelasert oder gebogen in unseren Partnerwerken, finden Sie unter Sonderteile.

Geometrie
Werkstoff
Stückzahl
Anwendung

Entscheidungsweg

Vier Angaben genügen,

um den Fertigungsweg einzugrenzen.
01

Geometrie

Was die Form des Bauteils vorgibt.

Rund, einfach
Rund mit Fräsbild
Kopf und Schaft
Mehrstufig, komplex
02

Werkstoff

Ob der Werkstoff kalt umformbar ist.

Automatenstahl
Vergütungsstahl
Edelstahl
Messing, Aluminium
03

Stückzahl

Wie viele Bauteile im Jahr anfallen.

bis 500
500 bis 10.000
10.000 bis 100.000
über 100.000
04

Anwendung

Was das Bauteil später aushalten muss.

Sichtteil
Tragende Verschraubung
Dichtfunktion
Korrosive Umgebung

AUSWAHLVERFAHREN

Wählen Sie Ihre Angaben

Verfahren
Nacharbeit
Oberfläche

Sobald Geometrie, Werkstoff, Stückzahl und Anwendung gewählt sind, steht hier ein erster Fertigungsweg für Ihr Bauteil. Verbindlich wird er nach der technischen Prüfung Ihrer Zeichnung.

–
Wirtschaftlich ab
–
Bemusterung

Verfahren im Einzelnen

Acht Verfahren, acht Schwellen,

ab denen sie sich rechnen.

Drehen

Das Bauteil dreht sich, das Werkzeug steht. Für runde Geometrien mit engen Toleranzen ist das der kürzeste Weg von der Zeichnung zum ersten Muster.

Typisch
3 bis 80 mm
Lohnt ab
1 Stück

Fräsen

Das Werkzeug dreht sich, das Bauteil steht. Flächen, Taschen und Querbohrungen entstehen dort, wo eine Drehmaschine allein nicht mehr weiterkommt.

Typisch
bis 400 mm
Lohnt ab
1 Stück

Kaltumformung

Kaltumformen und Kaltfließpressen formen den Draht ohne Wärme. Der Faserverlauf bleibt erhalten, es fällt kein Span an, in Serie sinkt der Stückpreis.

Typisch
5 bis 90 mm
Lohnt ab
10.000 Stück

Gewinderollen

Das Gewinde wird eingedrückt, nicht geschnitten. Die Flanken werden verfestigt, die Oberfläche bleibt glatt, und der Werkstoff bleibt vollständig.

Typisch
M2 bis M30
Lohnt ab
2.000 Stück

Weitere Bearbeitung

Bohren, Schleifen, Entgraten, Prägen. Was nach dem Hauptverfahren noch fehlt, wird in einem zweiten Schritt ergänzt, bevor das Bauteil weitergeht.

Typisch
2 bis 4 Schritte
Lohnt ab
500 Stück

Wärmebehandlung

Härten, Anlassen, Vergüten, Einsatzhärten. Erst hier entsteht die Festigkeitsklasse, die auf der Zeichnung steht, und sie wird danach belegt.

Typisch
8.8 bis 12.9
Lohnt ab
1.000 Stück

Oberflächenbehandlung

Zink-Nickel, Zinklamelle, Brünieren, Passivieren. Die Oberfläche entscheidet über Korrosionsschutz, Aussehen und das Reibverhalten im Gewinde.

Typisch
5 bis 12 µm
Lohnt ab
1.000 Stück

Funktionale Beschichtung

Klemmende Sicherung, Dichtung, Gleitschicht. Die Zusatzfunktion sitzt direkt auf dem Bauteil und muss bei Ihnen nicht eigens montiert werden.

Typisch
DIN 267-28
Lohnt ab
2.000 Stück

Gewindefertigung

Gewinderollen statt schneiden,

weil die Faser ganz bleibt.

Dauerfestigkeit im Versuch gegenüber geschnitten

+84 %

Oberflächenrauheit in der Flanke

Rz 2 bis 4

Werkstoffverlust im Gewinde

kein Span

Wirtschaftlich ab Stückzahl

2.000

Gewindebereich im Programm

M2 bis M30

Geschnitten

Der Span trennt die Faser. Die Flanke wird rauer, und am Gewindegrund, wo die Faser endet, beginnt später der Riss.

Gerollt

Der Werkstoff wird verdrängt statt entfernt. Die Faser folgt der Flanke, und der Gewindegrund wird härter und glatter.

Die Kette an einem Bauteil

Die Reihenfolge entscheidet,

nicht das einzelne Verfahren.
01
Kaltumformung
Rohform aus dem Draht
02
Spanende Nacharbeit
Was die Presse nicht kann
03
Gewinderollen
Gewinde ohne Spanverlust
04
Wärmebehandlung
Festigkeit nach Zeichnung
05
Oberfläche
Schutz und Aussehen
06
Funktionale Beschichtung
Sicherung oder Dichtung
Anteil an der Durchlaufzeit
0
25
50
75
100 Prozent

Fertigungsgerecht optimieren.

Optimierungspotenziale erkennen bevor Kosten entstehen. Nicht jede enge Toleranz ist technisch notwendig.

‍Nicht jeder vorgegebene Werkstoff ist für das Bauteil oder das gewählte Fertigungsverfahren die wirtschaftlichste Lösung. Gerade bei größeren Stückzahlen können bereits kleine Anpassungen an der Konstruktion, Bemaßung oder Werkstoffauswahl erhebliche Einsparpotenziale schaffen.

‍

Nutzen Sie unsere Expertise und lassen Sie Ihre Zeichnung auf Optimierungspotenziale prüfen. Unsere Ansprechpartner vor Ort analysieren Ihre Anforderungen gemeinsam mit den Technikern unserer spezialisierten Fertigungswerke.

Vier Mitarbeitende von NORM+DREH im Gespräch am Besprechungstisch, mit Tablet und Laptop

Das Werk folgt Ihrem Bauteil.

Gefertigt wird im passenden Produktionswerk, das für das Verfahren eingerichtet ist, in Deutschland, Europa oder im asiatischen Raum. Welches Werk passt, entscheidet Ihr Bauteil und Ihre Anforderungen.

‍

Geprüft wird bei uns im Haus, den Bestand halten wir in Deutschland, hier am Standort in Velbert! Ihr Ansprechpartner bleibt derselbe, egal aus welchem Werk das Bauteil kommt.

Firmengebäude der NORM+DREH in Velbert mit Hof und Einfahrt

Fragen

Fragen zur Verfahrenswahl.

01

Welches Verfahren passt zu unserem Bauteil?

Das Fertigungsverfahren richtet sich nach Geometrie, Werkstoff, Stückzahl und Anwendung des Bauteils. Welches Fertigungsverfahren für Schrauben passt, hängt deshalb auch an der Menge: kleine Lose oft gedreht, große kaltumgeformt. Häufig ist es eine Kombination.

02

Ab welcher Stückzahl lohnt Kaltumformung?

Sobald sich das Umformwerkzeug über die Menge bezahlt macht. Bis dahin ist Drehen oft günstiger, weil kein Werkzeug gebaut wird. Wo die Stückzahlschwelle für Ihre Kaltumformteile liegt, hängt an Geometrie und Werkstoff. Wir vergleichen beide Wege vor dem Angebot.

03

Sind gerollte Gewinde fester als geschnittene?

Vor allem unter wechselnder Last. Beim Gewinderollen bleibt der Faserverlauf durchgehend, und der Gewindegrund wird härter. In einer Versuchsreihe von Ecoroll lag die Dauerfestigkeit gerollt bei 121,0 MPa, geschnitten bei 65,7 MPa. Das Rollwerkzeug rechnet sich in der Serie.

04

Lassen sich mehrere Verfahren kombinieren?

Ja, oft ist das der wirtschaftliche Weg: Kaltumformung für den Stückpreis, Zerspanung für die Form. Danach folgen Gewinderollen, Wärmebehandlung auf 8.8 bis 12.9 und die Oberfläche, bei Schrauben etwa Zink-Nickel oder eine Zinklamellenbeschichtung.

05

Übernehmen Sie auch reine Lohnfertigung?

Nicht als einzelnen Arbeitsgang. Wer Lohnfertigung im Maschinenbau oder in der Metallbearbeitung sucht, vergibt meist Arbeitsgänge, etwa CNC-Lohnfertigung für Drehteile oder Gewinderollen. Bei uns vergeben Sie das Bauteil: Wir wählen Verfahren und Partnerwerk und liefern geprüft.